Rodina J. B. Foerstra

Günther D. Förster

J. B. Foerster nannte seine Ostersymphonie „Die große Nacht“. Es ist die 4. seiner 5 Symphonien. Die vier Sätze nannte er: 1. Kreuzweg /  2. Karfreitag eines Kindes /  3. Zauber der Einsamkeit / 4. Sieg des Karsamstags. (Die Masse im Original, jeweils zuerst die Höhe, dann die Breite: 1. 115 x 95 cm / 2. 45 x 95 cm / 3. 55 x 95 cm / 115 x 150 cm.  Dazwischen immer 15 cm Abstand. Das Gesamtbild also 115 x 310 cm.)

cyklus 1.-4. věta

Inhaltlich habe ich die ersten 3 Sätze mit wenigen biographischen Details versehen.
Den 1. Satz nannte J. B. Foerster „Kreuzweg“.
Das Bild zu diesem Satz zeigt die Sankt Adalbert Kirche, in deren Nähe die Familie Förster wohnte. Hier verbrachte der Komponist seine Kindheit und hier begann auch seine musikalische Laufbahn.
Das Bild dazu kann als eine Art Ouvertüre zu seiner Ostersymphonie gesehen werden. Die hellen Spitzen, die zu einer Dunkelheit führen, können als Kreuzweg verstanden werden. Die rote Form darunter begleitet mit Liebe und Geborgenheit. Die sich aufwärts bewegende, violette Form darüber verliert ihre konkrete Substanz, vergeistigt sich. Sie wird von einem roten Flügel der Siegesgöttin Nike von Samotrakes begleitet und weist auf den vierten Satz hin „Sieg des Karsamstags“.
Zum 2. Satz verwendete ich ein Landschaftsbild, das JBF malte, dazu helle, farbige Formen, verspielt kindhaft. Der Alphorn blasende Engel weist heraus aus der Heiterkeit zu weiterem Geschehen.
Für den 3. Satz übernahm ich aus einem Gemälde die Figur des JBF. Das Gemälde stammt von seinem Bruder, dem Maler Viktor Foerster.
Den 4. Satz gestaltete ich ohne direkte Zitate. Er deutet die verschwindende Nacht und den werdenden Karsamstag an. Die kühl-grüne, kristalline Form bringt das Rot darüber zum Leuchten. Es ist ein absichtlich nicht personalisiertes Zusammentreffen von Gegensätzen die sich jedoch bedingen. Also eine Art Geist als Abstraktum. („Auferstehung“?)

Während des Malens hörte ich immer wieder diese Symphonie, um im Bild Nähe zu der Musik zu bewahren. Musik „abmalen“ kann man nicht. Aber Empfindungen der Musik sind durchaus in Sichtbares umsetzbar.
Die vier Bilder sind sowohl jeweils einzeln durchgestaltet wie auch in der Gesamtheit miteinander verbunden.
Grundlagen sind der Goldene Schnitt, Horizontale, sowie eine Dachform, die sich im zusammengesetzten Bild andeutet. So werden die einzelnen Teile zusammengehalten.  
Nur wenige meiner Bilder habe ich, wie hier, mit bestimmten Inhalten versehen. Mir ist das Abstrakte in der Kunst wichtig, das natürlich auch beliebige gegenständliche Formen oder anderes annehmen kann.

 

Günther D. Förster
http://www.kunst-foerster.de/